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Geschichte

SV Langenbach – TuS Weitefeld – TuS Weitefeld-Langenbach
    1919                       1929                            1977

Drei Jahreszahlen, die dem Leser zunächst nichtssagend und bedeutungslos erscheinen, dann aber für Langenbacher und Weitefelder Sportfreunde lebendig werden als markante Daten der Gründung ihrer Vereine und schließlich des Zusammenschlusses beider.

Um es vorweg schon zu sagen: So selbstverständlich war gerade diese Fusion nicht, denn aufgrund historischer Gegebenheiten – Zugehörigkeit Langenbachs zu Hessen-Nassau, Weitefelds zu Preußen, später durch Regierungsbezirksgrenzen, heute noch durch Kreis- und Verbandsgemeindegrenzen getrennt – gehörten beide Vereine deshalb auch verschiedenen Fußballkreisen und damit auch verschiedenen Spielklassen an. Während der TuS Weitefeld seine fußballerischen Kräfte mit den Mannschaften aus dem Kreis Altenkirchen maß und darüber hinaus auch stets freundschaftliche Beziehungen zu Vereinen des Siegerlandes unterhielt, spielte der SV Langenbach gegen Mannschaften aus dem Oberwesterwald. Und dennoch gab es für beide Vereine natürliche Grundvoraussetzungen für den Zusammenschluss: die geographische Nähe beider Dörfer, verwandtschaftliche und freundschaftliche Beziehungen ihrer Bewohner und – als alles entscheidender Faktor – eine in die Zukunft weisende Erhaltung, Sicherung und Stärkung des Fußballsportes und anderer Sportarten wie Tischtennis und Gymnastik zum Wohle der jungen Menschen beider Gemeinden.

Nachdem außerordentliche Mitgliederversammlungen beider Vereine ihre Voten – jeweils einstimmig – für einen Zusammenschluss abgegeben hatten, wurde am 09. September 1977 in der Jugendhalle in Langenbach der neue Verein mit 109 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung gegründet, sein Namen, TuS Weitefeld-Langenbach 19/29 e.V.

 

 

Vereinschronik
TuS Weitefeld-Langenbach 19/29 e.V.
1977 – heute

Die Verantwortlichen der beiden Nachbarvereine SV „Vorwärts“ Langenbach und TuS Weitefeld sahen in der eben beschriebenen Lage einen möglichen gangbaren Weg im Zusammenschluss beider zu einem neuen Verein.

Nachdem am 15. Juli 1977 beim SV Langenbach und am 22. Juli 1977 beim TuS Weitefeld in jeweils außerordentlichen Mitgliederversammlungen einstimmig für eine Fusion votiert wurde, fand am 09. September 1977 in der Jugendhalle in Langenbach die Gründungsversammlung des neuen Vereins statt. An der Abstimmung beteiligten sich 110 Mitglieder aus den bisherigen beiden Vereinen, von denen 109 – bei einer Enthaltung – für einen Zusammenschluss waren. Der neue Verein mit dem Namen TuS Weitefeld-Langenbach 19/29 war geboren. Die Rhein-Zeitung titelte: „Nassauer und Preußen jetzt gemeinsam am Ball“.

Aus dem Protokoll wird deutlich, dass man darauf bedacht war, den engeren Vorstand paritätisch mit Persönlichkeiten der ehemaligen Vereine zu besetzen, um in einem Klima des Vertrauens, der gegenseitigen Unterstützung und der fairen Zusammenarbeit dem Wohle des neuen Vereins und seinen rund 800 Mitgliedern mit aller Tatkraft zu dienen.

 

Abschrift des Gründungsprotokolls:

Protokoll
Zur Gründungsversammlung des „Turn- u. Sport-Vereins Weitefeld-Langenbach 19/29 e.V.“ am 09.09.1977, 2030 h in der Jugendhalle Langenbach

Anwesend: 110 stimmberechtigte Mitglieder der Vereine TuS Weitefeld 1929 e.V. und SV Vorwärts Langenbach. (s. Anwesenheitsliste)

Tagesordnung: s. Einladung

1. Die Vorsitzenden Ernst Wiederstein und Friedel Hees begrüßten die Anwesenden.

2. Zum Versammlungsleiter wurde gewählt:
  Artur Schneider
  Abstimmung:  ja  109
  Enth. 1

3. Zum Protokollführer wurde gewählt:
  Rainer Strunk
  Abstimmung:  ja 109
  Enth. 1

4. Es folgte die Verlesung und Verabschiedung der Satzung, gültig für den neuen Verein
  Abstimmung:  ja 109
  Enth. 1

5. Wahl des Vorstandes
  Folgende Personen stellten sich auf Vorschlag zur Wahl
  a) Geschäftsführender Vorstand:
    1. Vorsitzender: Friedel Hees
   Stellvertr. Vorsitzender: Ernst Wiederstein
   Stellvertr. Vorsitzender: Hans Dieter Schneider
   Geschäftsführer: Gerhard Strunk
   Geschäftsführer: Rainer Seibert
   Vereinsjugendleiter: Erich Höfer

  b) erweiterter Vorstand:
   Fußballabteilungsleiter: Hans-Joachim Wagner
   Fußballjungendleiter: Eckhard Langenbach
   Tischtennisabteilungsleiter: Hans Dieter Schneider
   Stellvertr. Tischtennisabteilungsleiter: Helmut Weyand
   Gymnastikabteilungsleiterin: Dora Reuß
   Stellvertr. Gymnastikabteilungsleiterin: Elsbeth Christians
   Kindergymnastikabteilungsleiterin: Elfi Fuchs
   Tischtennisjugendleiter: Gerd Rüdiger Strunk
   Stellvertr. Schatzmeister: Gerhard Strunk
   Pressewart: Rainer Strunk

   Abstimmung:  ja   94
  nein  8
  Enth. 8

6. Wahl der Kassenprüfer – Vorgeschlagen wurde
  Gustav Höfer: Abstimmung: ja 106, nein 1, Enth. 1
  Erich Weinbrenner: Abstimmung: - einstimmig –

7. Die Mitgliedsbeiträge werden wie folgt festgesetzt:
  - gültig ab 01. Januar 1978 –

  bis 14 Jahre: DM 1,-
  14 – 18 Jahre: DM 2,50
  ab 18 Jahre: DM 3,50
  Familienbeitrag: DM 5,-
  (ab 2 Personen)

  Abstimmung: ja 102
  nein 4
  Enth. 4

 

Strunk Rainer               Hees Friedel
Protokollführer              1. Vorsitzender

 

 

Dass man auf dem richtigen Weg war, zeigte sich bereits im ersten Jahr im Bereich der Fußballabteilung. Drei Seniorenmannschaften nahmen am Spielbetrieb teil, und die 1. Mannschaft errang auf Anhieb die Meisterschaft in der A-Klasse und damit den Aufstieg in die Bezirksliga.

TuS Weitefeld I

Im Jahre 1979 konnte der neue Verein ein besonderes Jubiläum feiern, man gedachte der Gründung des SV Langenbach vor 60 Jahren und des TuS Weitefeld vor 50 Jahren. Die Rhein-Zeitung berichtete eindrucksvoll über die Feierlichkeiten am11./12. August 1979.

TuS Weitefeld II

Ein seit den Anfängen des Weitefelder Vereins gewünschter Bau einer Turnhalle wurde 1980 endlich Wirklichkeit, und eine ganz wichtige Voraussetzung für Hallensportarten war geschaffen. Die logische Folge war, dass die Mannschaften des 1975 in den TuS Weitefeld integrierten TTC Weitefeld eine ungeahnte, positive Entwicklung nahmen und dass sich eine Damen- und eine Kindergymnastikgruppe bildete.

Im Jahre 1980 trat Friedel Hees als Vorsitzender zurück. Sein Nachfolger wurde Dieter Schneider und dessen Nachfolger wurde 1989 sein Vorgänger.

Im „verflixten 7. Jahr“ der Vereinsehe schien sich eine Krise anzubahnen – Vorstandswahlen mussten vertagt werden, eine Minderheit wollte in Langenbach einen neuen Verein gründen, das Vorhaben scheiterte allerdings – aber ab dem 16. August 1985 beruhigte sich in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Situation wieder. Ein neuer Vorstand wurde gewählt; hierbei kam es in der nun 25-jährigen Vereinsgeschichte zum erstmaligen, aber auch bisher einmaligen Vorgang, dass beide satzungsgemäß geforderten 2. Vorsitzenden aus Weitefeld kamen.

Aus dem Jahre 1987 ist der Abstieg der 1. Mannschaft in die A-Klasse zu vermelden. Die AH-Mannschaft, in der auch noch einige Spieler der „ruhmreichen“ Jugendelf der 60er Jahre mitwirkten, richteten zusammen mit ihren Frauen auf dem Hof der Weitefelder Schule zum ersten Mal ein „Brunnenfest“ aus, das großen Anklang bei der gesamten Bevölkerung fand und sich bis zum heutigen Tag größter Beliebtheit erfreut.

Anerkennung gebührt auch dem seit 1979 im Vorstand tätigen Manfred Strunk aus Langenbach, der auf der damaligen Jahreshauptversammlung zum Fußball-Abteilungsleiter gewählt wurde und bis heute ununterbrochen dieses Amt bekleidet.

Ein wohl einmaliges Experiment wagte die Vereinsführung im Jahre 1993: Sie übernahm die Patenschaft über Drogenabhängige, die in einer Langenbacher Klinik betreut wurden, und stellte mit ihnen eine 3. Fußballmannschaft auf, die an den Spielen der D-Liga teilnahm. – Ein Sportverein mit Gespür für soziale Verantwortung!

Die 1. Mannschaft stieg nach 3 Jahren wieder in die Bezirksliga auf, um im Spieljahr 1995/96 wieder abzusteigen. Zuvor war eine Spielgemeinschaft mit dem SV Nauroth gebildet worden.

20 Spieler verließen bald den Verein und verursachten ungeahnte personelle Schwierigkeiten, die mit dazu führten, dass im Sommer 1999 die erste Mannschaft in die Kreisliga B, die 2. Mannschaft in die Kreisliga D abstiegen. Zwei Jahre vorher konnte der Abstieg nur durch einen Sieg in der Relegationsrunde verhindert werden.

Durch den Beitritt des TuS Friedewald wurde die Spielgemeinschaft TuS Weitefeld/Langenbach-Nauroth erweitert (1998).

Dass erstmals der Pastor der Ev. Methodistenkirche aktiver Spieler der 1. Mannschaft wurde, war schon eine kleine Sensation, und – hätten das unsere Altvorderen erlebt, … … ! Der Leser mag sich selbst seine Gedanken machen!

Erst das neue Jahrtausend brachte einen Silberstreif am Fußballhimmel des Vereins. Dass der Verein – 1967 in einer JSG mit dem TuS Friedewald – nach wie vor eine solide Jugendarbeit pflegt, zeigt sich darin, dass die B-Jugend in die Landesliga aufstieg, C- und D-Jugend in der Bezirksliga gute Platzierungen einnahmen.

Neben der Fußballabteilung hatte seit dem Turnhallenbau die Tischtennis-Abteilung eine großartige Entwicklung genommen und konnte zeitweise – zusammen mit dem TV Daaden – mit 18 Mannschaften auf regionaler Ebene am Spielbetrieb teilnehmen. Herausragender Tischtennisspieler war Markus Schäfer, der im Einzel und Doppel rheinland-pfälzischer Jugendmeister wurde und zwei Jahre später an den deutschen Meisterschaften der Schüler teilnahm, seine Schwester Nicole errang die Rheinlandmeisterschaft der Schülerinnen C. Kurz vor Drucklegung der Festschrift konnte die 2. Herrenmannschaft mit der Meisterschaft den Aufstieg in die Regionsliga krönen. Durch außergewöhnliche Bemühungen im Jugendbereich war es 2001 möglich geworden, wieder frei Mannschaften für den Spielbetrieb zu melden.

Auch die Abteilungen Kinder-Gymnastik und Damen-Gymnastik sind schon seit Jahren eine feste Größe im TuS, eine feste Größe alleine schon deshalb, weil über 100 Kinder und etwa 40 Frauen an den jeweiligen Übungsstunden teilnehmen. Daneben kommt aber auch die Geselligkeit nicht zu kurz, wenn im Sommer Grillfeste, Wandern und Radfahren, im Winter Kegelabende und Karnevalsfeiern die sportlichen Aktivitäten begleiten.

Abschließend möchte ich bemerken, dass diese Chronik nicht den Anspruch erhebt, eine allumfassende, lückenlose, bis ins Detail gehende Geschichte des TuS Weitefeld-Langenbach zu sein, sondern ist es eine Darstellung, die in großen Zügen die sportliche Entwicklung von Gestern zum Heute aufzeichnet. Quellen dafür sind die Festschrift zur Gründung des SV Langenbach vor über 75 Jahren, die Aufzeichnungen und gesammelten Zeitungsberichte und Unterlagen des jetzigen Vereinsvorstandes.

Möge die Chronik bei denjenigen, die einen großen Teil der Entwicklung beider ehemaliger Vereine miterlebt haben, persönliche Erinnerungen wachrufen, bei den Jüngeren den Blick dafür schärfen, welch überaus großen Stellenwert der Sport trotz mancher widriger, äußerer Umstände für junge Menschen in der damaligen Zeit hatte.

Die Chronik will aber auch aufzeigen und würdigen, mit welchem Engagement Verantwortliche, Aktivem ja letztlich alle Mitglieder seit nun mehr als 25 Jahren im und für den Verein gewirkt haben.

Dies lässt auf eine gesicherte und erfolgreiche Zukunft des Vereins hoffen.

 

TuS Weitefeld-Langenbach 19/29 e. V. im Sommer 2002

 

[Herzlich Willkommen!]